Bisher entschied eine einzige Einstellung am Konto, ob eine Anfrage sofort durchgeht oder auf Freigabe wartet. Entweder man traut jemandem, oder man sieht sich jede seiner Anfragen an. Dazwischen gab es nichts.
Dabei liegt genau dort der Alltag. Gut bewertete Dokumentationen? Ja. Ein Film mit 3,8 aus zweitausend Stimmen? Eher nicht. Wer das dreimal die Woche von Hand macht, trifft keine Entscheidung mehr, sondern führt eine Regel aus. Also kann man sie auch aufschreiben.
Eine Liste, von oben nach unten
Eine Regel ist eine Handvoll Bedingungen und eine Folge: sofort freigeben oder ablehnen. Nexview geht die Liste von oben nach unten durch und nimmt die erste Regel, die passt. Passt keine, bleibt alles so, wie es vorher war, die Einstellung am Konto entscheidet dann wie bisher.
Woran eine Regel einen Titel erkennt: Typ, Genre, TMDB-Bewertung, Anzahl der Stimmen, Erscheinungsjahr, Laufzeit, Originalsprache, Altersfreigabe, die angefragte Qualitätsstufe, und ob der Titel in der anderen Stufe schon im Haus ist. Das letzte schließt eine Lücke, für die es bisher keine Antwort gab: Derselbe Film in HD und in 4K sind zwei Dateien in zwei Ordnern, und nichts hat bisher verhindert, dass beide entstehen. Eine Regel kann es.
Innerhalb einer Regel müssen alle Bedingungen zutreffen. Wer ein „oder" braucht, legt eine zweite Regel an. Das ist keine Sparsamkeit: Nur so ist jede Regel ein abgeschlossener Bereich, und nur deshalb kann Nexview überhaupt ausrechnen, ob zwei sich widersprechen. Wird eine Regel von einer darüber vollständig überholt, sagt es die Liste und bietet einen Klick zum Umsortieren an.
Freigeben, ohne jemandem etwas anzurechnen
Eine freigebende Regel kann den Titel aufs Haus buchen. Er zählt dann bei niemandem gegen das Speicher-Kontingent, sondern gehört dem Haus, für Neuerscheinungen, die ohnehin jeder sehen will.
Die Stückzahl gilt trotzdem. Sie hängt an der Anfrage, nicht am Speichereintrag, und sie erneuert sich ohnehin jede Woche. Der Vermerk sitzt an der Anfrage und nicht an der Regel: Wer die Regel später ändert, verschiebt damit keine Besitzverhältnisse rückwirkend.
Drei Dinge, die keine Regel übergeht
Und keines davon ist eine Frage der Reihenfolge.
Der Altersfilter wirkt beim Auflisten, nicht beim Anfragen. Was ein Konto nicht sehen kann, kann es nicht anfragen, der Fall kommt bei den Regeln gar nicht erst an.
Die Entscheidung der Eltern steht. Der Wunsch eines Kindes ist keine Anfrage; erst wenn ein Elternteil zustimmt, läuft überhaupt etwas. Lehnt eine Regel danach ab, sagt Nexview es den Eltern beim Zustimmen, statt es still geschehen zu lassen.
Das Kontingent des Anfragenden wird vor den Regeln geprüft und gewinnt sogar gegen eine Regel, die den Titel aufs Haus gebucht hätte. Sonst käme dieselbe Anfrage je nach Regelliste anders heraus, und ein Kontingent wäre keine Grenze mehr.
Administratoren und Entscheider sind von den Regeln ausgenommen, genau wie von der Sperrliste und aus demselben Grund: Die Regeln sind ihre eigene Entscheidung.
Abgelehnt heißt nicht spurlos
Lehnt eine Regel ab, entsteht die Anfrage trotzdem, im Zustand „abgelehnt", mit der Begründung, die der Administrator geschrieben hat, und mit dem Namen der Regel, die entschieden hat. Der Anfragende wird benachrichtigt wie bei einer Entscheidung von Hand und liest es im Moment des Klicks, statt es später irgendwo zu finden.
Je Regel lässt sich erlauben, dass er es trotzdem einem Entscheider vorlegt, einmal, und nie über eine Entscheidung hinweg, die ein Mensch getroffen hat. Der Entscheider sieht dann ein Abzeichen, dass eine Regel abgelehnt hatte. Das ist eine Information, die ihm zusteht, keine Hürde, die ihn aufhalten soll.
Vier Dinge, die nebenbei falsch waren
Beim Bauen fielen drei Fälle auf, in denen eine Regel plausibel ausgesehen und falsch entschieden hätte.
Genres kamen als Namen an, und die sind übersetzt: Dieselbe Dokumentation heißt in jeder Sprache anders, also hätte eine Regel auf Deutsch gegriffen und auf Englisch nicht. Jetzt reisen die Genre-Nummern mit.
Eine Bewertung von 0,0 meldet TMDB auch dann, wenn niemand abgestimmt hat, und das ist von einer echten Null nicht zu unterscheiden. Eine Regel „Bewertung unter 5, ablehnen" hätte jeden unbewerteten Titel erwischt, und unbewertet heißt meistens neu. Die Bewertung wird nur noch gelesen, wo jemand abgestimmt hat.
Bei Serien gilt dasselbe für die Laufzeit: TMDB meldet für manche null Minuten, und das heißt „wissen wir nicht", nicht „null Minuten". Bei Filmen war das längst so, bei Serien nicht.
Dazu ein vierter, der nichts mit Regeln zu tun hat: „Einzelne Titel ansehen" unter dem eigenen Speicher führte ins Profilmenü statt in den Speicher-Reiter, und die Aufräum-Mail verwies auf einen Reiter, den es nicht gibt.