Gigabyte statt Stückzahl
„Drei Filme pro Woche“ klingt gerecht — bis einer davon 60 GB groß ist. Nexview kann Kontingente deshalb auch in dem messen, worum es wirklich geht: belegtem Speicherplatz. Diese Seite erklärt das ganze System — die zwei Betriebsarten, den Unterschied zwischen persönlichem Konto und Hausbestand, das Abgeben, die Einstellungen und was beim Löschen eines Kontos passiert.
Noch experimentell. Die Speicher-Kontingente werden gerade im echten Betrieb erprobt und sind ab Werk ausgeschaltet — wer sie nicht einschaltet, sieht nirgends etwas davon. Rechne mit Fehlern und Änderungen, und wenn dir etwas auffällt: melde es auf GitHub. Denselben Hinweis zeigt auch die App über den Einstellungen.
Speicherplatz wird nicht verbraucht — er wird belegt
Genau daran scheitern Speicher-Kontingente normalerweise: Platz wird nicht pro Person verbraucht wie ein Guthaben, sondern gemeinsam belegt. Ein persönliches GB-Konto ist damit immer eine Vereinbarung — und Nexview macht diese Vereinbarung ehrlich, statt sie zu verstecken:
Dein Konto deckt, was du selbst ins Haus geholt hast und noch beanspruchst. Sobald der Betreiber einen Titel in den Hausbestand übernimmt, gehört er dem Haus — und zählt bei niemandem mehr.
Damit hat jede Person immer einen Ausweg, der nicht Löschen heißt: abgeben. Der Betreiber entscheidet dann, ob der Titel bleibt (und dem Haus gehört) oder wirklich verschwindet. Das ist psychologisch ein anderes Produkt als „lösch was, sonst geht nichts mehr“.
Nach Anzahl oder nach Speicher — nie beides
Nexview kennt zwei Währungen für Kontingente, und es gilt immer genau eine. Entweder zählt die Stückzahl („3 Filme, 2 Serien je Woche“ — beschrieben bei den Freigaben) oder der belegte Speicher („300 GB je Konto“). Beides zugleich hieße: zwei verschiedene Gründe, aus denen eine Anfrage scheitert, mit gegensätzlichen Regeln.
Denn die beiden verhalten sich grundverschieden: Das Stück-Kontingent erneuert sich jede Woche oder jeden Monat — gegen eine volle Woche hilft Warten. Der Speicher erneuert sich nie — der Platz ist ja belegt. Gegen ein volles Konto hilft nur Aufräumen.
Wofür welche Art? Die Stückzahl bremst Vielfrager und hält die Freigabe-Arbeit klein — sie ist die richtige Wahl, wenn Platz kein Thema ist. Das Speicher-Kontingent schützt die Platte: In einer echten Bibliothek liegt zwischen dem kleinsten und dem größten Film schnell der Faktor 100 — eine Stückzahl sagt darüber nichts.
Jeder Wechsel ist ein Generalpardon
Wechselst du die Betriebsart — in beide Richtungen —, werden alle zugerechneten Titel in den Hausbestand umgebucht und jedes Konto startet bei null. Der Grund: Gemessen wird nämlich immer, auch im Anzahl-Betrieb. Ohne den Pardon wäre jemand am Tag des Einschaltens schlagartig überzogen — wegen einer Historie, von der er nie wusste, dass sie einmal zählen würde.
Kein Wechsel geht stillschweigend durch: Ein Dialog nennt vorher die echten Zahlen — wie viele Titel mit wie vielen GB ins Haus übergehen. Dateien werden dabei nie angefasst, gespeicherte Grenzen bleiben erhalten und gelten wieder, wenn du zurückschaltest.
Derselbe Mechanismus ist der Notausgang: „Zurücksetzen und abschalten“ räumt den ganzen Zustand mit einem Klick auf — ohne dass am Code, am Container oder an einer Datei etwas passiert.
Persönliches Konto und Hausbestand
Das persönliche Konto umfasst alles, was diese Person angefragt hat und noch beansprucht — Filme ganz, Serien staffelweise, feiner wird nie gerechnet. Auch Abgegebenes zählt weiter, bis der Betreiber entschieden hat; sonst wäre Abgeben ein Freifahrtschein. 1080p und 4K desselben Films sind zwei Dateien und damit zwei Posten.
Der Hausbestand gehört niemandem und zählt bei niemandem. Dorthin fällt alles, was beim ersten Messlauf schon in der Bibliothek lag — jedes Konto startet also bei null. Dazu kommt, was der Betreiber bewusst übernimmt: „Den Klassiker will hier ohnehin jeder sehen, der soll nicht auf deinem Konto lasten.“
Was ein Administrator anfragt, gehört von vornherein dem Haus — er hat kein Kontingent, also gibt es nichts zuzurechnen. Und die Größen kommen aus dem, was Radarr, Sonarr und der Media-Server ohnehin melden — keine zusätzlichen Abfragen, kein Dateisystem-Scan.
Mein Speicher: sehen, was man belegt
Im Profil zeigt der Reiter Speicherkontingent den eigenen Stand: belegter Platz gegen die Grenze, darunter jeder einzelne Titel — das Größte zuerst, denn wer Platz schaffen soll, muss zuerst sehen, wo er steckt. Bei langen Listen gibt es Suche und Seiten.
Wartet eine Abgabe auf den Betreiber, steht das gelb an der Zeile und in der Summe: „X GB warten auf eine Entscheidung — bis dahin zählen sie weiter mit.“
Dieselbe Zahl steht übrigens auch im Konto-Menü oben rechts — sie ist nie mehr als einen Klick entfernt.
Die Gesehen-Augen
Die eigentliche Frage hinter jedem Aufräumen ist: „Habe ich das überhaupt schon gesehen?“ Deshalb trägt jeder Titel ein Auge: grün heißt gesehen, rot heißt noch nicht. Bei Staffeln heißt grün ausdrücklich: alle Folgen gesehen — halb Geschautes bleibt rot, denn für „kann das weg?“ zählt nur ganz oder gar nicht.
Die Daten kommen aus dem Gesehen-Abgleich mit Plex, je Person. Ist ein Konto nicht mit dem Media-Server verknüpft, zeigt Nexview ein Fragezeichen-Auge samt Begründung — ein rotes Auge würde „nie gesehen“ behaupten, wo in Wahrheit niemand nachsehen kann.
Der Filter Nur Gesehene über der Liste zeigt auf einen Schlag die Abgabe-Kandidaten — er erscheint nur, wenn es Gesehen-Daten überhaupt gibt.
Warnen, erlauben — erst im Minus sperren
Nexview blockiert eine Anfrage erst, wenn das Konto bereits überzogen ist. Ist noch Rest da, geht sie durch — auch wenn der Titel ihn vermutlich sprengt. Niemand kann vorher wissen, wie groß eine Datei wirklich wird, und eine Sperre auf Basis einer Schätzung wäre Willkür.
Wer über der Grenze liegt, sieht das unübersehbar — und kann nichts Neues anfragen, bis wieder Platz ist. Alles andere funktioniert weiter: ansehen, abgeben, Merkliste.
Der Betreiber sieht den Stand des Anfragenden übrigens direkt in der Freigabeliste — gewarnt, nicht blockiert: Ob er trotz überzogenen Kontos freigibt, bleibt seine Entscheidung.
Abgeben: ein Klick, ein Wunsch, eine Entscheidung
Platz schafft man mit Brauche ich nicht mehr. Bei Filmen ist damit alles gesagt. Bei Staffeln fragt Nexview nach dem Wunsch: Löschen lassen gibt den Platz frei — Behalten, nicht mehr laden lässt die Folgen liegen und beendet nur das Nachladen; der Titel zählt dann weiter, wächst aber nicht mehr.
Wichtig: Beim Abgeben passiert noch gar nichts. Der Titel liegt weiter auf der Platte und zählt weiter mit, bis der Betreiber entschieden hat — sonst gäbe man einfach alles ab und wäre sofort frei. Ein Fehlklick lässt sich jederzeit mit Doch behalten zurücknehmen.
Der Betreiber sieht die Abgabe in seiner Warteschlange, mit dem Wunsch an der Zeile, und hat drei Ausgänge: Ins Haus (Titel bleibt, Konto frei, Datei unangetastet), Löschen (mit der tatsächlichen Dateiliste vor Augen — der einzige Schritt ohne Rückweg) oder Nicht mehr folgen (Folgen bleiben, Nachladen endet). Die betroffene Person bekommt das Ergebnis als Benachrichtigung.
Eine Grenze für alle, verfeinert je Konto
Die Standardgrenze in den Einstellungen gilt für jedes Konto, das nichts Eigenes trägt — ein neues Konto ist damit ohne Handgriff richtig eingestellt. Leer heißt: niemand ist begrenzt; dann wird nur gemessen und angezeigt.
In der Benutzerverwaltung bekommt jedes Konto bei Bedarf seine eigene Speichergrenze. Die Beschriftung sagt die Semantik ausdrücklich: leer = es gilt die Standardgrenze, 0 = dieses Konto ist unbegrenzt. Administratoren sind immer unbegrenzt — was sie holen, gehört ohnehin dem Haus.
Im Anzahl-Betrieb erscheint das Feld gar nicht erst — eine Einstellung ohne Wirkung wäre nur eine Falle.
Einen Haken hat die Sache
Nexview lädt selbst nichts herunter und löscht selbst nichts — alles läuft über Radarr und Sonarr. Nexview will diese Apps nicht ersetzen, sondern ergänzen. Daraus folgt die eine zwingende Bedingung: Titel müssen in Radarr und Sonarr bleiben.
Der Haken betrifft einen verbreiteten Arbeitsablauf: Wer eine große Bibliothek pflegt, entfernt Filme gern aus Radarr, sobald das Qualitätsprofil sein Maximum erreicht hat — Radarr als reine Lademaschine, die Datei bleibt. Mit diesem Arbeitsablauf funktioniert das Speicher-Kontingent nicht mehr. So ein Titel bleibt zwar messbar (der Media-Server führt ihn weiter, das Konto bleibt ehrlich belastet), aber Nexview kann ihn nicht mehr löschen — die betroffene Person kann ihn nur noch an den Hausbestand abgeben. Genau davor warnt der rote Kasten in den Einstellungen.
Und weil Löschen der einzige Schritt ohne Rückweg ist: Richte den Papierkorb direkt in Nexview ein — unter den Speicher-Einstellungen steht für jede Instanz, ob einer gesetzt ist, samt Feld zum Eintragen. Die Arbeit übernehmen dann Radarr und Sonarr: Gelöschtes wandert in ihren Papierkorb statt sofort zu verschwinden, und Nexview sagt vor jeder Löschung, welcher der beiden Fälle gilt.
Der Antrag
Benutzer und Entscheider löschen ihr Konto nicht selbst — sie beantragen es im Profil unter Sicherheit. Der Antrag landet als gewöhnliches Ticket beim Betreiber; ein doppelter Antrag wird abgefangen, solange der erste offen ist.
Bis zur Löschung ändert sich nichts: anfragen, ansehen, abgeben — alles läuft normal weiter. Die Löschung selbst bleibt bewusst Sache des Betreibers, denn an ihr hängt die Entscheidung über den hinterlassenen Bestand.
Was ein Konto hinterlässt, entscheidet ein Mensch
Löscht der Betreiber das Konto, entscheidet er dabei über den Bestand — mit der Liste vor Augen, Häkchen für Häkchen: Häkchen = ins Haus (Datei bleibt), ohne Häkchen wird über Radarr/Sonarr gelöscht. „Alle markieren“ erledigt den häufigsten Fall mit einem Klick.
Auch laufende Bestellungen werden mit erledigt: Offene ohne eine einzige Datei werden storniert, angefangene Staffeln bekommen ihre eigene Frage — behalten oder löschen, und ob weitergeladen werden soll. Nichts lädt nach der Löschung herrenlos weiter.
In fünf Schritten einschalten
1. Papierkorb einrichten — direkt in Nexview. Unter Einstellungen → Speicherkontingente steht für jede Instanz, ob ein Papierkorb gesetzt ist, samt Feld zum Eintragen; die Arbeit übernehmen dann Radarr und Sonarr. Ohne Papierkorb ist jede Löschung sofort endgültig.
2. Betriebsart wählen. Nach Speicherplatz auswählen und speichern. Der Dialog nennt, was dabei ins Haus übergeht — beim ersten Einschalten ist das schlicht die ganze bestehende Bibliothek: jedes Konto startet bei null.
3. Standardgrenze setzen. Erst einmal großzügig — oder leer lassen und nur messen. Nach ein paar Tagen zeigt die Belegung nach Konto, was realistisch ist; dann lässt sich die Grenze aus echten Zahlen ableiten statt raten.
4. Einzelne Konten verfeinern. Wer mehr oder weniger bekommen soll, bekommt in der Benutzerverwaltung seine eigene Zahl (leer = Standard, 0 = unbegrenzt).
5. Beobachten und entscheiden. Abgaben tauchen in der Warteschlange auf, gewachsene Dateien melden sich per Benachrichtigung, und die Übersicht zeigt jederzeit Haus, Papierkorb und Zuordnung. Wenn es nicht trägt: Zurücksetzen und abschalten — ein Klick, keine Datei angefasst.
Gut zu wissen: Serien werden staffelweise gerechnet, nie folgenweise — eine Staffel wird erst zugerechnet, wenn sie vollständig geladen ist. Wächst eine Datei nachträglich spürbar (etwa durch eine Aufwertung auf 4K), meldet Nexview das der betroffenen Person, statt die Zahl still steigen zu lassen. Und 1080p und 4K desselben Titels führen getrennte Posten — es sind zwei Dateien. Der eine Haken der Sache steht oben: Titel müssen in Radarr und Sonarr bleiben.